Planspiele in der Praxis: Offline-Version von TOPSIM – General Management im Online-Modus an der DHBW Ravensburg

Das Absagen von Präsenzveranstaltungen aufgrund der Corona-Krise hat auch die DHBW Ravensburg getroffen. Für das geplante Seminar mit der Offline-Version des Planspiels TOPSIM – General Management, musste kurzfristig eine Online-Lösung gefunden werden. In diesem Blogartikel stellen wir Ihnen das Seminarkonzept vor, das Dr. Manfred Schertler-Rock für diese Situation entwickelt hat.

An der DHBW Ravensburg spielen Bachelorstudierende im Studiengang Reiseverkehrsmanagement regelmäßig im 6. Semester die Offline-Version unseres Planspielklassikers TOPSIM – General Management. Dieses dient ihnen als eine Art Abschlussveranstaltung, bei der das erlernte theoretische Wissen aus dem Bereich Unternehmensführung zusammengeführt und in die Praxis umgesetzt wird. Dieses Jahr wurde die 3-tägige Blockveranstaltung mit 10 Teilnehmern komplett online durchgeführt und wies daher einige Besonderheiten auf.

GM an der DHBW Ravensburg

Was wurde für die Online-Durchführung des Offline-Planspiels angepasst?

Im Gegensatz zur üblichen Durchführung im Präsenzformat hatten die Teilnehmer dieses mal keine Teilnehmersysteme und somit keinen direkten Zugriff auf das Planspiel. Um alle benötigten Dokumente bereitzustellen, den Informationsaustausch zu gewährleisten und die Arbeit in den Teams zu ermöglichen wurden deswegen verschiedene Plattformen vom Seminarleiter eingerichtet.

Zum einen nutzten Seminarleiter und Teilnehmer einen moodle-Kurs zu diesem Seminar. Hier fanden die Teilnehmer unter anderem ein Ankündigungsforum z.B. für die Termine der Entscheidungen und ein schwarzes Brett zum Informationsaustausch. Jedes Unternehmen hatte zudem einen privaten Bereich, in dem jede Gruppe ihre Unternehmensdaten und spezifischen Auswertungsberichte als PDFs einsehen konnte. Im moodle-Kurs wurden außerdem auch die Dokumente und Berichte vom Seminarleiter hochgeladen, sowie die ausgefüllten Entscheidungsformulare von den Teilnehmern.

Ergänzend dazu kam dann das Videokonferenzsystem der DHBW Ravensburg – alfaview®– hinzu. Hiermit konnten dann zum Beispiel im Plenum der Kick-off, die Auswertungen und der Abschluss durchgeführt werden. Die einzelnen Gruppen konnten sich in Unterräumen treffen, um sich zu besprechen und die Entscheidungen vorzubereiten. Der Seminarleiter hatte hier auch die Möglichkeit sich dazu zu schalten um die Gruppen zu beraten. Teilnehmer und Seminarleiter machten dabei insbesondere auch von der Option des Screensharings Gebrauch, um zum Beispiel Präsentationen zu teilen.

Wie ist das Seminar abgelaufen?

Analog zur Präsenzveranstaltung begann das Seminar mit einem Kick-off-Event, bei dem die Einführungspräsentation mithilfe von Screensharing mit dem Plenum geteilt wurde. Die Teilnehmer erhielten an dieser Stelle außerdem eine kurze Anleitung zur Nutzung der technischen Tool. Die Gruppen mussten sich dann selbst organisieren und hatten Zeit, um die Entscheidungen für die erste Periode zu treffen und in den jeweiligen Gruppenbereich hochzuladen. Danach begann die Arbeit für den Seminarleiter. Im Gegensatz zur normalen Durchführung musste er alle Entscheidungen der Gruppen aus den Formularen ins System übertragen, um dann die Periode simulieren und auswerten zu können. Die Ergebnisse wurden dann als PDF exportiert und in die geschützten Gruppenbereiche hochgeladen. Abschließend erfolgte eine virtuellen Besprechung der Auswertung im Plenum. Dieser Prozess wurde für die folgenden Perioden wiederholt.

Außerdem kamen auch in der Online-Variante des Seminars einige Zusatzaufgaben zum Einsatz. Die Studierenden mussten eine Finanzplanung erstellen und den ausgefüllten Bericht dazu einreichen, sowie ein Marketing-Konzept mit Logo und Slogan ausarbeiten. Am dritten Tag fand dann die Hauptversammlung statt, bei der alle Gruppen ihre Präsentationen im virtuellen Raum abgehalten haben.

Wie war die Erfahrung ein Offline-Planspiel online zu spielen?

Sowohl Teilnehmer als auch Seminarleiter waren zufrieden mit der gefundenen Online-Lösung für das Offline-Planspiel, auch wenn es natürlich schade war, dass den Teilnehmern die sonst übliche Erfahrung im Planspiellabor der DHBW Ravensburg fehlt. Die Studierenden waren dennoch motiviert und haben die ihnen zur Verfügung stehenden Zeiten gut genutzt.

In dieser Version der Durchführung hatte der Seminarleiter einen höheren Arbeitsaufwand, da er alle Entscheidungen händisch ins System übertragen musste. Allerdings konnten so auch gängige Anfangsschwierigkeiten bei der Eingabe sowie Missverständnisse verhindert werden, da der Seminarleiter den unmittelbaren Überblick hatte und bei Bedarf direkt Rücksprache mit den Teams halten konnte.

Manfred Schertler-Rock gibt vor allem den Tipp, dass man den Faktor Zeit besonders gut im Auge behalten muss, da sich hier offline und online deutliche Unterschiede ergeben können. Theoretisch lassen sich auch andere oder mehr Zusatzaufgaben in das Online-Seminar einbinden, wenn sich diese mit den engeren Zeitfenstern bei der Online-Nutzung vereinbaren lassen.

Wir bedanken uns bei Dr. Manfred Schertler-Rock, dass wir sein Konzept für die Überbrückung der Corona-Krise vorstellen durften und hoffen auf viele weitere erfolgreiche Planspielseminare!

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