Offline Online? Planspieleinsatz der OTH Regensburg im Corona-Semester

Wie so viele Universitäten und Hochschulen muss auch die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg das diesjährige Semester digital gestalten. Auch das Planspielmodul wurde online veranstaltet – und das alles noch ohne Cloud-Version. Herr André Philipps berichtete uns von der außergewöhnlichen Herausforderung.

Ein ganzes Semester langen spielen die Studierenden des Bachelors Betriebswirtschaft wie die des European Business gemeinsam ein Planspiel. An der OTH Regensburg wird das offline Planspiel TOPSIM – Startup! Produktion gespielt, das heutige TOPSIM – Manufacturing Management.

Die Rahmenbedingungen

Rund 200 Studierende nehmen am Seminar dieses Sommersemesters teil. Ab dem vierten Semester darf das Modul erst belegt werden, da man für das Planspiel einiges an Vorwissen benötigt. Typischerweise würde es zunächst eine Art Test geben, in dem die grundlegenden Inhalte des Teilnehmerhandbuches abgefragt werden, erst danach wird man zum Seminar zugelassen. Danach würden Teams gebildet, die im für Planspiele geschaffenen Business Simulation Centern intensiv diskutieren, analysieren und im Anschluss ihre Entscheidungen an den PCs eingeben würden. Am Ende des Seminars gibt es eine Klausur, die Themen behandelt, die rund um das Planspiel auftauchen.

Die Corona-Krise grätschte nun dazwischen und stellte die Lehrenden vor große Herausforderungen. Was passierte mit der geplanten Einführungsveranstaltung? Wie spiele ich das Spiel, wenn die Hochschule geschlossen ist? Wie gelingt die Kommunikation mit den Teams und Gruppen-intern?

Der Ablauf während Corona

Ein komplettes Semester gänzlich online zu gestalten kam für Frau Prof. Jaritz und Herrn Philipps überraschend, dennoch gelingt es bisher sehr gut. Mit ganz unterschiedlichen Vorgehensweisen wird versucht, das Semester so gut wie möglich zu absolvieren. Es gibt verschiedene Audioformate und Präsentationen, die sich die Studierenden anschauen können, um sich die Vorlesungsinhalte anzueignen. Zudem werden Zoom-Meetings veranstaltet. Hier können Studierende in den sogenannten Breakout-Rooms in Gruppen aufgeteilt werden und Dozentinnen und Dozenten können sich zuschalten – fast wie in der Präsenzlehre. Zur Kommunikation steht des Weiteren die Plattform Moodle und ein Tool für Shared Documents zu Verfügung, sodass sich die Studierenden austauschen und ihre Entscheidungen eintragen konnten.

Da das Planspiel eigentlich offline gespielt wird, müssen die Lehrenden die Entscheidungen manuell in die Planspielsoftware vor Ort am Campus eintragen. Im Anschluss wurden die Ergebnisse ausgewertet und wiederum in den Video-Konferenzen vorgestellt.

TOPSIM OTH Regensburg

Zusätzlich zu den Planspielentscheidungen müssen die Teams, die jeweils aus 5 Personen bestehen, einen Business- und Strategieplan erstellen, Aufgaben zu internem und externem Rechnungswesen bearbeiten und die Hauptversammlung ausrichten – alles digital. Das Planspiel deckt hierbei ideal die Inhalte ab, die im Seminar vermittelt werden sollen. Die Studierenden können sich auf die Berichte konzentrieren und nach der Auswertung ihre Möglichkeiten zum weiteren Handeln durchdenken. Herr André Philipps hebt die Coaching Position der Lehrenden hervor: Provokante Fragen stellen, aber gleichzeitig so gut wie möglich Hilfestellungen geben.

Schwierig wird es bei Diskussionen nur, wenn alle gleichzeitig reden möchten. Das klappt durch die Videoübertragung leider nicht ganz so gut. Ansonsten nehmen die Studierenden das Online-Angebot der Hochschule an und geben auch viel Feedback, was wiederum sehr hilfreich für die Dozentinnen und Dozenten ist.

Ein Tipp für andere Anwender

Herr Philipps rät allen Seminarleiterinnen und Seminarleitern in ähnlichen Situation: Offen sein für Möglichkeiten! Gerade wenn man kein ‘Digital Native’ ist, heißt es Ausprobieren statt Abwarten. Der Umgang mit den verschiedenen Medien muss gelernt sein, aber nichts ist zu Beginn perfekt. So würden Versprecher in Videos vermutlich genauso auch in Vorlesungen auftreten. Also: Fehler passieren und das ist auch völlig akzeptabel!

Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Philipps für den Einblick in das Offline-Remote-Konzept und freuen uns auch auf zukünftige Planspieleinsätze, offline oder mit der Cloud!

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