Online-Seminare mit TOPSIM – General Management an der DHBW Stuttgart

Seit über zwei Monaten finden an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Stuttgart keine Präsenzveranstaltungen mehr statt. Pro Jahr führt diese 200 Planspiel-Lehrveranstaltungen für 5.000 Studierende der Fakultät Wirtschaft durch und steht aus diesem Grund vor einer ganz besonderen Herausforderung. Im Mai fand deswegen die virtuelle Planspiel-Premiere statt, bei der gleich zwei Lehrveranstaltungen mit dem Planspiel TOPSIM – General Management komplett online durchgeführt wurden. In diesem Blogartikel stellen wir Ihnen das Konzept von Birgit Zürn und Stephan Kraft vor.

Die Studierenden der Generation Z fühlen sich als „digital natives“ in der virtuellen Welt grundsätzlich zu Hause. Dennoch ist es eine besondere Herausforderung, wenn ihre Teams nicht gemeinsam in einem Gruppenraum vor dem Bildschirm sitzen und arbeiten können, sondern räumlich getrennt aus dem Home-Office interagieren müssen. Und auch das Seminarleiter-Gespann ist häufig räumlich getrennt in verschiedenen Städten. Dennoch wird bis zum Ende des Sommersemesters zwölfmal TOPSIM – General Management in den sechsten Semestern der Bachelorstudiengänge durchgeführt werden.

TOPSIM an der DHBW Stuttgart

Wie laufen die Seminare ab?

Die Planspielveranstaltungen an der DHBW Stuttgart finden als Blockveranstaltungen an zwei bis drei Tagen statt. Eingesetzt wird TOPSIM – General Management mit dem Pro-Szenario in der TOPSIM – Cloud. Das Planspiel ist browserbasiert und daher von allen Teilnehmenden von zu Hause aus aufruf- und spielbar.

Für die besondere Online-Durchführung werden zwei Tools parallel genutzt: die Cloud mit dem eigentlichen Planspiel und eine Kommunikationssoftware (Zoom oder Microsoft Teams). Dadurch können sich Seminarleiter und Studierende sehen und miteinander reden und auch virtuelle Gruppenarbeiten sind möglich. Um unübersichtliche Informationsübermittlungen zu vermeiden, werden alle eigenen Kommunikationstools der TOPSIM – Cloud aus (Nachrichten, Whiteboard und Data Hub) ausgeschaltet.

Der erste Tag beginnt wie gewohnt mit einer kurzen Planspiel-Einführung im virtuellen Plenum, die die Seminarleiter über den geteilten Bildschirm in Zoom präsentieren. Die Teams verbringen dann die sogenannten Breakout Sessions mit dem Planspielhandbuch im PDF-Format. Sie befinden sich dabei in virtuellen Gruppenräumen, die für jedes Team gebildet werden und jederzeit vom Seminarleiter als Host oder Co-Host besucht werden können. Mit einem Klick können die Teams um Hilfe bitten und man kann gezielt Nachrichten in die Kleingruppen schicken. Zur Einarbeitung werden zum Beispiel Expertengruppen gebildet, die dann jeweils ihren Bereich im Plenum über geteilte Präsentationen vorstellen müssen. Während der Einarbeitungsphase hat die Planspielleitung Zeit das Spiel in der Cloud anzulegen und die Einwähl-Daten ins Planspiel zu versenden. Zum Abschluss der Phase findet dann eine ausführliche Fragerunde im Plenum oder ein Online-Quiz statt.

Danach läuft das Spiel im Prinzip genauso wie im Präsenzformat. Die Spielleitung führt im Plenum kurz ins Szenario der nächsten Periode ein, dann schickt man die Teams für eine vereinbarte Zeit in die Breakout-Sessions, besucht sie dort, um Fragen zu klären und Themen zu vertiefen und wertet anschließend im Plenum mit geteiltem Bildschirm und der grafischen Analyse im sogenannten Compact View die Runde anschaulich aus.

Welche Tipps gibt es für die Online-Durchführung des Seminars?

Es erfordert auch und gerade in der Online-Variante einige Vorüberlegungen, wie die einzelnen Spielphasen aussehen sollen, wie man ins Spiel einführt, die Zwischenauswertungen gestaltet und am Ende didaktisch alles optimal zusammenführt. Hilfreich sind hier die Möglichkeiten, die Zoom bietet: das Durchführen von Umfragen (z.B. „Wer glaubt, dass er keinen Überziehungskredit gebraucht hat?“ oder „Wer glaubt, einen positiven Periodenerfolg zu haben?“), gemeinsames Beschreiben eines Whiteboards (zu verschiedenen Themen), Teilen des eigenen Bildschirms, um eine Präsentation zu zeigen, etc. Bei der Auswertung kann die direkte Ansprache einzelner Personen und Teams hilfreich sein, um nicht gegen eine stumme Masse zu sprechen und keine Antwort zu bekommen („Herr X, was meinen Sie denn dazu?“ oder „Team Y, wo würden Sie denn nun kaufen?“).

Auffällig ist auch, dass es schwer fällt, online genauso lang wie in Präsenz konzentriert zu arbeiten, da das virtuelle Format sowohl die Studierenden als auch die Spielleitenden definitiv mehr anstrengt. Umso wertvoller ist gerade bei großen Kursen, einem Co-Trainer-Team die Planspielleitung zu übertragen. Außerdem sind ausreichend Pausen und kleine Übungen zwischendurch wichtig für die Erholung und erneute Konzentration. Und es hat sich bewährt, einen eigenen virtuellen Gruppenraum für die beiden Seminarleitenden einzurichten, in den man sich zur Vorbereitung der Auswertung, zur Abstimmung des weiteren Planspielverlaufs und zum allgemeinen Austausch zurückziehen kann.

“Unser Fazit: Es ist zwar nicht ganz so schön, in Distanz online planzuspielen, da wir den unmittelbaren Kontakt zu den Studierenden einfach vermissen, aber es ist – auch dank der TOPSIM Cloud – allemal besser als gar keine Planspiele stattfinden zu lassen.”

Stephan Kraft, Inhaber von KRAFT management® und Lehrbeauftragter der Dualen Hochschule Baden-Württemberg mit dem Schwerpunkt Managementsimulationen

Birgit Zürn, Leiterin des Zentrums für Managementsimulation der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart

Wir freuen uns über den gelungenen Planspieleinsatz und bedanken uns bei Birgit Zürn und Stephan Kraft, dass wir ihr spannendes Konzept vorstellen durften!

Share: