Debriefing: Wie Sie Erlebnisse reflektieren und sinnvoll verarbeiten

In einem Planspielseminar erwarten die Teilnehmer jede Menge neuer Eindrücke und Erfahrungen. Durch das Durchlaufen mehrerer Spielperioden, das Treffen strategischer Managemententscheidungen und den Wettbewerb zwischen den Teams können während einer Planspielveranstaltung Lerneffekte in gleich mehreren Bereichen erzielt werden. So trainieren die Teilnehmenden während des Planspielseminars auch soziale Kompetenzen wie die Teamfähigkeit und Kommunikation in der Gruppe. Damit das Erlebte zielbringend verarbeitet werden kann, sind gründliche Reflexionsphasen im Anschluss an Gruppenarbeiten besonders wichtig. Wir haben für Sie 6 Fragen zusammengestellt, die Sie ihren Teilnehmern während des Debriefings stellen sollten.

Grafik: Debriefing byTOPSIM

1. Individuelle Wahrnehmung: Wie fühlen Sie sich nach Abschluss der Gruppenarbeit?

Nachdem eine Gruppenaufgabe bearbeitet wurde, hat jeder Teilnehmer zunächst die Gelegenheit, seine Eindrücke zu schildern, ohne dass diese eine Wertung durch andere erfahren. Die erste Phase des Debriefings wird dazu genutzt, sich Erlebtes von der Seele zu reden und Emotionen zuzulassen. Dies ist vor allem wichtig, damit sich die Teilnehmer in späteren Phasen auf das Wesentliche konzentrieren können und objektiver sind.

2. Eindrücke vergleichen: Was ist während der Gruppenarbeit geschehen?

In dieser Phase sind die Teilnehmer dazu eingeladen, ihre bisherigen Eindrücke zu vergleichen und gegenüberzustellen. Es werden Informationen zu den bearbeiteten Aufgaben gesammelt und diskutiert. Die erlebten Ereignisse sollten in eine chronologische Reihenfolge gebracht und durch konkrete Fragen näher beleuchtet werden.

3. Key-Learnings: Was haben Sie während der Gruppenarbeit gelernt?

Aus den bearbeiteten Aufgaben können die Teilnehmer Handlungsempfehlungen für ihre Teamarbeit ableiten. Das geschieht in diesem Schritt über die Formulierung von Leitsätzen auf Basis der gemachten Erfahrungen.

4. Übertragbarkeit: In welchem Verhältnis stehen die gemachten Erfahrungen zur Realität?

Im vierten Schritt erfolgt die Verknüpfung der Erfahrungen aus den Gruppenaufgaben mit der Realität. Die Lernerfahrung aus der Gruppenarbeit kann auf die Gegebenheiten im Planspiel umgemünzt werden.

5. Alternative Szenarien: Was wäre wenn?

Die Teilnehmer haben in diesem Schritt die Gelegenheit, alternative Szenarien zu dem Erlebten zu entwerfen. Sie können ihre gewonnenen Erkenntnisse über Teamwork sowie die entworfenen Leitsätze hypothetisch anwenden. Dabei diskutieren die Teams, wie das Verhalten der Gruppenmitglieder in verschiedenen Situationen geändert werden könnte und wie die Aufgabe hätte verlaufen können, wenn entsprechende Faktoren gelungener Teamarbeit berücksichtigt worden wären.

6. Handlungspläne: Wie geht es weiter?

In dieser Phase erstellen die Teilnehmer Handlungspläne, die sich aus der Übertragung der Einsichten aus den Gruppenaufgaben auf die wirkliche Welt ergeben und somit eine Relevanz für die Teamarbeit im Planspiel haben. Die Teilnehmer sind dazu angehalten, Strategien für die Bewältigung künftiger Aufgaben vorzuschlagen. Sie sollen überlegen, wie sie ihr Verhalten in der Wirklichkeit fortan ändern können. Die Handlungsabsichten sollten visualisiert werden.

Ein Debriefing macht immer dann Sinn, wenn in einem kurzen Zeitraum viel passiert ist. Die während einer ereignisreichen Aktivität gemachten Erfahrungen werden dabei reflektiert, geordnet und kritisch hinterfragt, wodurch die Teilnehmer nachhaltig aus dem Erlebten lernen. Daher ist es ratsam, einen ereignisreichen Tag im Planspielseminar mit einem ausführlichen Debriefing zu beenden. Auch zwischen einzelnen Aufgabenstellungen im Verlauf des Seminars kann ein kurzes Debriefing helfen, die Gedanken zu ordnen um Raum für Neues zu schaffen.

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